Episode 7: Qualitätskultur oder Qualitätsverhalten muss wertgeschätzt werden!

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Herzlich willkommen bei unserer siebten Episode GMP & TEA.


Heute geht es um das Thema Wertschätzung mit dem Titel:

"Qualitätskultur oder Qualitätsverhalten muss wertgeschätzt werden!"


Ich will mit Ihnen heute dieses Thema von einer ungewöhnlichen Seite betrachten – unserer Gesundheit. Und ich behaupte: Wir zerstören unsere Gesundheit, wenn wir wenig Wertschätzung pflegen und dadurch eine schlechte Qualitätskultur etablieren!


Vielleicht haben Sie sich auch eine Tasse Tee oder Kaffee gemacht. Mein Name ist Thomas Peither, und ich will Ihnen heute wieder einen Impuls für Ihre GMP-Compliance geben.


Ich möchte Sie heute ermuntern, mir zu schreiben: Was finden Sie gut an dieser Webcast-Reihe, und was sollten wir verbessern? Schließlich geht es heute um Wertschätzung!


Schreiben Sie mir doch einfach eine kurze Nachricht unter:

[thomas.peither@gmp-verlag.de]

Ich bin neugierig auf Ihre Meinung! Und wenn es nur ein "Daumen-hoch"-Emoji ist.


Nehmen Sie ein wenig Abstand zum Alltag und lehnen Sie sich zurück – los geht's!


Wer kennt Sie nicht, die Bedürfnispyramide von Maslow? Vermutlich bewegen Sie sich auch in der oberen Spitze dieser Pyramide, denn ich gehe davon aus, dass Sie die grundlegenden Bedürfnisse abgedeckt haben. Der Kühlschrank ist gefüllt, Sie haben ein Dach über dem Kopf, und das deutsche Sozialsystem sorgt für unsere Sicherheit.


Aber wie sieht es mit der Anerkennung, Wertschätzung und Selbstverwirklichung an der Pyramidenspitze aus? Sind Sie hier zufrieden mit Ihrem Umfeld?

Bekommen Sie genug Anerkennung für Ihre Arbeit?


Es geht uns doch allen so: Auch ich freue mich über eine wertschätzende Rückmeldung von Ihnen über diesen Webcast – warum sollte es Ihren Kolleginnen und Kollegen anders gehen?

Und wenn Ihnen eine Kollegin in einem Meeting sagt, dass Ihre Projektleistung gut war, dann fühlen Sie sich sicherlich auch besser! Warum machen wir das eigentlich viel zu selten?


Im Schwäbischen gibt es den Spruch: Nicht getadelt ist genug gelobt!

Diesen Satz sollten wir ersatzlos aus unserem kollektiven Gedächtnis streichen – er hat schon in der Vergangenheit so viel kaputt gemacht.

Stattdessen sollten wir uns mit der Wertschätzung und einer wertschätzenden Haltung vertraut machen und diese konsequent üben.


Auf Wikipedia kann man Folgendes nachlesen:

"Wertschätzung ist verbunden mit Respekt, Wohlwollen und Anerkennung und drückt sich aus in Zugewandtheit, Interesse, Aufmerksamkeit, Freundlichkeit."


Es wäre so einfach, wenn wir dies immer tun würden.


Leider ist das nicht immer so. Auch ich erwische mich immer wieder dabei, dass ich diese einfachen Regeln missachte.

Was lösen wir damit eigentlich aus?

Dr. Anne Katrin Matyssek ist eine deutsche Diplom-Psychologin, Sachbuchautorin und Rednerin zum Thema "gesund führen". Sie beschäftigt sich mit der Erhaltung und Förderung der psychosozialen Gesundheit durch mehr Wertschätzung im Betrieb.

Ich habe bei ihr Erkenntnisse entdeckt, die ich interessant finde:


Dr. Matyssek sagt, dass die Wertschätzung einen großen Einfluss auf unsere Gesundheit hat!


Wenn Sie Ihrem Kollegen heute wertschätzend entgegenkommen, dann passiert Folgendes: Zunächst setzen Sie bei Ihrem Kollegen Oxytocin frei – das ist ein Vertrauenshormon. Aber auch Endorphine und Dopamin werden freigesetzt. Die Endorphine steigern das Wohlbefinden und das Dopamin die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit.

Dieser Hormon-Cocktail, den Sie mit Wertschätzung verabreichen, verbessert die Beziehung und reduziert den Stresslevel und damit auch Krankheitsbilder wie Herz-/Kreislauf-Erkrankungen, Depression und Ängste. Und dieses Hormonfeuerwerk kann jeder zünden – zum Beispiel mit einem Lob, einem Gruß und einem Dank!


Sind Sie jetzt auch am Überlegen, wie Sie zum Barkeeper für diesen Gesundheits-Cocktail werden können?


Bleiben wir zunächst noch bei Dr. Matyssek und den Folgen mangelnder Wertschätzung.

Wenn Sie ständig in einem Umfeld mangelnder Wertschätzung leben, passiert leider eine Kettenreaktion, wie sie im folgenden Schaubild dargestellt ist:

  • Der Auslöser für diese Kettenreaktion ist das Gefühl, ignoriert zu werden.
  • Die emotionale Reaktion darauf ist oft Hilflosigkeit oder Ärger.
  • Beide Emotionen führen zu weiteren Reaktionen.
  • Bei der Hilflosigkeit schüttet der Stoffwechsel kurzfristigen Cortisol aus.

Es ist nicht gesund, wenn der Körper immer wieder dieses Cortisol ausschüttet!

Kluge Leute haben herausgefunden, dass dies langfristig das Immunsystem schwächt und damit Erkältungen und Infekte häufiger zuschlagen. Aber auch das Risiko für Depressionen steigt!


Wenn wir uns dafür entscheiden, dass wir uns ärgern, reagiert der Körper mit Adrenalinausschüttungen. Leider hat das, langfristig gesehen, auch sehr schädliche Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System.

Buddha hat wohl einmal gesagt:

"An Ärger festhalten ist, wie wenn du ein glühendes Stück Kohle festhältst mit der Absicht, es nach jemandem zu werfen – derjenige, der sich dabei verbrennt, bist du selbst."


Lassen Sie mich das kurz zusammenfassen: Sowohl Hilflosigkeit als auch Ärger machen uns krank! Und die Ursache kann mangelnde Wertschätzung sein.


Bevor ich Ihnen 10 Tipps für die aktive Wertschätzung mit auf den Weg gebe, bleiben wir noch eine Minute bei den Alarmsignalen.


Überlegen Sie sich doch kurz, ob Sie diese Symptome und Alarmsignale kennen:

  • Eine morgendliche Begrüßung wird nur in den Bart genuschelt,
  • Kontakte werden vermieden, Einzelgängertum überwiegt,
  • Fehler werden verschwiegen bzw. mit großem Aufwand verheimlicht,
  • Betriebsfeste werden schlecht besucht oder werden für überflüssig gehalten,
  • Worte wie "bitte" und "danke" haben Seltenheitswert,
  • Kollegen fühlen sich von Informationen ausgeschlossen,
  • es herrscht ein rauer Umgangston,
  • anerkennende Worte fehlen,
  • jeder kümmert sich ausschließlich um den eigenen Aufgabenbereich,
  • Sozialräume oder Waschräume sind verdreckt.


Wie viele Alarmleuchten blinken gerade auf Ihrem Dashboard?

Genau darum geht es bei der Wertschätzung!

Wir sollten es besser machen!


Daher wende ich mich nun der hellen Seite der Macht zu.

Wir können jederzeit entscheiden unser Verhalten zu ändern! Also ran an die Tipps zur Steigerung der Wertschätzung und des Wohlbefindens!


(1) - Geben Sie großzügig und lächelnd Bestätigung und positives Feedback!

Das ist vielleicht die schwierigste Übung, und es ist eine Übung.

Vielen von uns wurde das ab-erzogen – denken Sie doch an ein Baby, mit wie viel Offenheit und Vertrauen es in die Welt geht!

Ein Lächeln kostet uns nichts. Selbst wenn Sie damit verschwenderisch umgehen – es bleibt kostenlos.

Dabei noch eine positive Bestätigung oder ein positives Feedback zu geben, bedarf dann schon einiges an Übung.

Und übrigens: "Nicht schlecht gemacht!" ... ist nicht wirklich ein Lob! "Gut gemacht!" klingt einfach besser!


(2) - Sprechen Sie ausschließlich so über abwesende Dritte, dass diese auch dabei sein könnten.

Auch das ist nicht einfach – insbesondere, wenn es um unsere Chefs geht!

Ein ähnliches Phänomen habe ich an Schulen festgestellt. Vor dem Elternabend beschweren sich viele Eltern in Einzelgesprächen über die Schule oder den Lehrer.

Während des Elternabends bekommt keiner den Mund auf, und danach finden heftige Diskussionen auf dem Parkplatz statt.

Was soll das? Warum sprechen wir so ungern über unsere Sicht der Dinge?

Wir alle wollen doch nur Gutes. Warum glauben wir so oft, dass die anderen Böses im Schilde führen?

Seien Sie großzügig und bringen Sie mit Lächeln auch Ihre Punkte vor – aber am besten erst, nachdem Sie etwas Positives über das Gegenüber gesagt haben, Glauben Sie mir, es funktioniert!


(3) - Sprechen Sie nach Möglichkeit häufig positiv über Ihre Führungskräfte, Ihr Team, Ihre Kollegen, Ihren Betrieb (z. B. in der Kantine …)!

Mit einer positiven Grundhaltung ist schon ein großer Schritt getan.

Erinnern Sie sich noch an das Zitat in der letzten Episode? "Wenn wir keinen Schuldigen mehr suchen, dann sind wir angekommen."

Wir alle sind der Betrieb, es macht keinen Sinn, über den Betrieb zu schimpfen, wir beschimpfen uns nur selbst!

Jeder will gute Leistung bringen – helfen Sie dabei, dass es auch jeder kann.

Unterstützen Sie den Kollegen, der neu ist, oder die Kollegin, die in einem schwierigen Projekt durchhält und nicht aufgibt.

Nur positiv reden – geht das?

Ja, wenn wir sachlich bleiben! Es ist richtig, dass es Fehlverhalten gibt, aber auch das kann jeder ändern – ich darf nur nicht persönlich werden und sollte eine positive Formulierung wählen!


(4) - Beziehen Sie Position gegen Lästerei und Ausgrenzungen! Informationsgefälle innerhalb des Teams vermeiden.

Wenn sich ein Projektmitglied anders als erwartet verhält, muss dies hinterfragt werden! Vermutungen, Lästerei und Ausgrenzung helfen da nicht weiter – im Gegenteil. Die Krankmeldung kommt oft schneller als die Entschuldigung!


(5) - Verhindern Sie Grüppchenbildung, halten Sie zu allen Kolleginnen und Kollegen Kontakt, zum Beispiel in Pausen, gehen Sie mit wechselnden Personen zum Mittagessen.

Wie wollen sie sonst die Menschen kennenlernen und Ihr Netzwerk erweitern?

Oder nagt da die Angst, abgewiesen zu werden?

Der Großvater meiner Frau hatte einen guten Spruch dazu auf Lager: "Nicht-grüßen kann jeder!" Das bedeutet, dass die Passivität einfach ist – aber nur mit aktiven Maßnahmen kommen wir im Leben weiter!


(6) - Unterschiedlichkeit ist Stärke! Beziehen Sie Außenseiter bewusst mit ein. Fragen Sie sie nach ihrer Meinung, pflegen Sie Kontakt.

Dies ist gerade in Besprechungen und Meetings wichtig. Denn eine unterschwellig ablehnende Haltung kann ganze Investitionsvorhaben zum Scheitern bringen.

Am Ende heißt es dann: "Mich hat ja keiner gefragt!"


(7) - Machen Sie aus Ihrem Herzen keine Mördergrube! Seien Sie offen und stehen Sie zu Emotionen! Und wenn Sie berichten, wie es Ihnen gerade geht, dann kommen wahrscheinlich auch noch Kolleginnen und Kollegen aus der Deckung. Wir sind doch keine Maschinen!

Und selbst diese melden in einer Industrie-4.0-Umgebung, dass es ihnen gerade nicht so gut geht.

Sollen jetzt auch noch die Maschinen die Emotionen in die Hand nehmen?

Ich traue mich, zu wetten, dass ein Algorithmus schneller erkennt, ob ich morgens gut drauf bin, als viele meiner Kollegen! Überlegen Sie einmal, was das für unser Zusammenleben bedeutet.

Vielleicht beschäftigen sich deshalb so viele Menschen mit ihrem Smartphone. Es versteht sie einfach besser als der Gesprächspartner am Tisch.


Dann ist es doch vielleicht besser, wenn wir den emotionalen Großrechnern in unserem Leben mehr zutrauen:

(8) - Trauen Sie den Kolleginnen und Kollegen etwas zu!

Wem denn sonst – wir wollen schließlich, dass es uns und unserem Betrieb auch noch in Zukunft gut geht. Jeder einzelne von uns ist für das Gesamtsystem verantwortlich und trägt seinen Teil dazu bei.

Durch mein Handeln zeige ich, wie ich es gerne hätte. Verlieren können nur diejenigen, die nicht handeln (im Sinne von: "Nicht-grüßen kann jeder!").


(9) - Glauben Sie aneinander, und gewähren Sie einen Vertrauensvorschuss!

In einer früheren Episode haben wir den Teamgeist und die Mannschaftsleistung betrachtet – es geht nicht alleine. Es funktioniert im Team immer nur, wenn wir anderen vertrauen. Dann wächst auch das gegenseitige Vertrauen – und Höchstleistungen werden möglich.

Und zu guter Letzt:


(10) - Sprechen Sie Ihre Bedenken frühzeitig an – formulieren Sie sie als Wunsch.

Es ist viel besser, einen Konflikt sachlich auszutragen, als ihn um des lieben Friedens willen unter den Teppich zu kehren. Dort schwelt er oft unerkannt weiter und verursacht oft einen großen Schaden. Und soweit sollten wir es nicht kommen lassen.

Denn Wertschätzung ist auch: unterschiedliche Meinungen zu sehen und anzusprechen.

Nur aus unterschiedlichen Sichtweisen entstehen bessere Lösungen.


Wie schlagen wir nun den Bogen zum Alltag, der nach dieser kleinen Pause mit GMP & TEA wieder auf Sie, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, zukommt?


Was ist nun zu tun?

Von den 10 Tipps möchte ich drei herausheben:


1. Geben Sie Bestätigung und positives Feedback!

2. Seien Sie offen und stehen Sie zu Emotionen!

3. Glauben Sie aneinander und gewähren Sie einen Vertrauensvorschuss!


Wenn Sie in den nächsten Wochen diese drei Aspekte in Taten umsetzen, können Sie dabei nur gewinnen – ich wünsche Ihnen dabei schon jetzt viel Erfolg!


Zum Abschluss dieser Episode passt der folgende Spruch ganz gut:

"Wertschätzung ist eine wesentliche Führungskraft einer Führungskraft."


Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Monat der Wertschätzung.


Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und dass Sie mit dabei waren. Ich freue mich, wenn Sie das nächste Mal wieder einschalten zu GMP & TEA.